Infos zu Balkon-Solaranlagen

Balkon-Solaranlagen (Steckersolargeräte) sind längst mehr als nur ein Trend. Sie sind der einfachste Weg sowohl für Mieter:innen und Eigentümer:innen, direkt an der Energiewende teilzuhaben und dabei die Stromrechnung zu senken. Doch was gilt aktuell? Mit dem Solarpaket I und der seit Dezember 2025 geltenden VDE-Produktnorm sind viele Hürden gefallen. Wir fassen diese wichtigsten Infos nachfolgend für Dich zusammen. Alle Infos sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

Hier erfährst du alles Wichtige für den Start:

  • Die Grenze für die Einspeisung ins Hausnetz wurde angehoben. Der Wechselrichter darf nun bis zu 800 Watt einspeisen (früher 600 Watt). Du darfst Solarmodule mit einer Gesamtleistung von bis zu 2.000 Watt installieren. Das ist besonders nützlich, um auch bei bewölktem Himmel die vollen 800 Watt Wechselrichter-Leistung auszuschöpfen. Das Gesetz erlaubt jetzt Module bis 2.000 Watt. Aber Achtung: Wer den einfachen Schuko-Stecker nutzen will, sollte laut VDE-Norm auf eine Modulleistung von 960 Watt begrenzt bleiben, um auf der sicheren Seite zu sein. Für mehr Power wird ein fester Anschluss (z. B. Wieland) empfohlen
  • Der Anschluss über einen herkömmlichen Schuko-Stecker ist nun allerdings normgerecht möglich (lange war es eine Grauzone), sofern das Gerät die Sicherheitsstandards erfüllt (z. B. durch einen Wechselrichter mit integriertem Schutz oder spezielle Stecker). Hinweis: Verwende keine Mehrfachsteckdosen! Das Gerät muss direkt in die Wandsteckdose
  • In der Regel kann man Sets aus 2 Modulen (2 x 300 Watt bzw. 2 x 400 Watt) erwerben. Die in den Sets vorhandenen Wechselrichter sind für das Hausnetz (220V) ausgelegt. Der erzeugte Gleichstrom wird über einen Wechselrichter direkt in „haushaltsüblichen“ Wechselstrom umgewandelt und einfach über eine Steckdose in dein Wohnungsnetz eingespeist
  • Die typischen Zweimodul-Sets kosten mittlerweile häufig nur noch rund 350-400 Euro. Testberichte zu den Wechselrichtern gibt es z.B. hier https://www.akkudoktor.net/mikrowechselrichter-datenbank/
  • Ob Balkon, Terrasse, Garten, Fassade oder Flachdach – die Installation ist vielfältig möglich. Der optimale Montagewinkel beträgt 30-35 Grad, eine gute Indikation bzgl. der Ausrichtung der Module bekommt man über das Solarkataster Hessen
  • Ein typisches Zweimodul-BKW deckt die Grundlast im Haushalt im Sommerhalbjahr in der Regel gut ab; Kühlschrank, Standby der elektrischen Geräte, teilweise Waschmaschine etc. Große Verbraucher wie Herd, Klimanlage etc. werden nicht vollständig gedeckt, aber anteilig unterstützt. Im Winterhalbjahr wird weniger abgedeckt. Insgesamt können ca. 10-30% deiner Stromkosten gesenkt werden. Die Kosten für die Sets amortisieren sich je nach Lage bereits nach 2-5 Jahren
  • Akkus für die Balkon-Solaranlagen machen in der Regel aus Kostengründen keinen Sinn
  • Wichtig ist die sichere Montage der Solar-Anlagen, damit diese den Wettereinflüssen stand halten
  • Neu ist der Abbau der Bürokratie: Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig. Die Anlagen müssen nur noch am Marktstammdatenregister angemeldet werden (https://www.stn.sh/fileadmin/Content/PDF/Ausfuellhilfe_Marktstammdatenregister__Beispiel_Privatperson_.pdf).
  • Der Landkreis Gießen fördert die Anlagen mit 50-100 Euro, weitere Infos dazu gibt es unter Klimageldrechner – Landkreis Gießen (lkgi.de)
  • Auch die Solarlotsen Gießen (siehe auf der Klimacher-Webseite unter „Initiativen“) stehen den Bürger:innen im Landkreis Gießen gerne beratend zur Seite

Quellen & Weiterführende Infos

BMWE Kurzinformation zu Steckersolargeräten

Checkliste der Verbraucherzentrale

Balkonkraftwerke DIN-Norm

Marktstammdatenregister (MaStR) zur Anmeldung