Naturally Local – europäische Initiative zur Klimawandelanpassung

Warum werden in Portugal Bäume gefällt? Warum werden in Deutschland Bäume gepflanzt? Wie wird in Spanien eine Lagune wiederbelebt? Was verbindet das kleine Montenegro mit dem großen Schweden?

Das INTERREG-Programm der europäischen Union soll Europa zusammenbringen, mit direkten Kontakten zwischen Regionen, zwischen kleinen Kommunen, zwischen Menschen aus verschiedensten Lebensräumen. Unabhängig von der Diskussion um die Verursacher des Klimawandels ist klar: Wir leben heute mit anderen Bedingungen als noch vor 30 Jahren und diese Veränderungen gehen weiter. Und darauf müssen sich Menschen einstellen, müssen Vorsorge tragen und ihre Lebewelt so organisieren, daß auch Hitzewellen, Dürrephasen, Starkregenereignisse und Überschwemmungen keine unlösbaren Probleme verursachen.

Das Projekt „Naturally Local“ sucht hier nach naturbasierten Lösungen, die lokal funktionieren, aber auch das Potential haben andere Regionen Europas an den Klimawandel anzupassen. Beteiligt sind Partnergemeinden aus neun Ländern:

  • Selnica ob Dravi in Slowenien, eine kleine Gemeinde nahe Maribor
  • Serock in Polen, östlich von Warschau
  • Óbidos in Portugal, eine mittelalterliche Stadt nahe der Atlantikküste
  • Montilla in Spanien zwischen weitläufigen Olivenhainen
  • Fourmies in Nord-Frankreich, eine flache waldreiche Region
  • Rezekne in Lettland, geprägt durch weite Flusslandschaften
  • Storfors in Schweden, eine kleine Gemeinde in einer waldreichen Seenlandschaft
  • Danilovgrad in Montenegro, mediterran aber bergig
  • Gießen als Landkreis, mit 18 Gemeinden größter Partner

diese Regionen werden, vertreten durch die lokalen Verwaltungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede erarbeiten, um besser auf zukünftige Veränderungen vorbereitet zu sein. Die Verwaltungseinheiten haben hier vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten durch Konzeption, Planung, rechtliche Vorgaben und auch Förderprogramme naturbasierte ökonomische und nachhaltige Lösungen zu finden. Dabei stellt man eben auch fest, daß man in Gießen durchaus Bäume in dichtbesiedelten Orten pflanzen sollte, zum Schutz des Wasser- und Wärmegleichgewichts in Siedlungen. Gleichzeitig sollte man in Portugal Forstbestände in direkter Nähe zu Siedlungen vermeiden – die Gefahr durch Waldbrände ist zu groß.

Die Projektarbeit besteht vor allem aus Kommunikation – international und regional – zwischen den beteiligten Partnergemeinden, zwischen den Gemeinden und lokalen Betroffenen. Und so wurden in der ersten Projektphase regionale Treffen und Arbeitsgemeinschaften initiiert, und ein erstes Treffen zwischen allen Projektpartnern in Slowenien abgehalten. Um sich kennen zu lernen, um den Ideenaustausch zu fördern, um von anderen Regionen zu lernen und Europa auch auf dem kommunalen Niveau näher zusammen zu bringen.